Krankenhausseelsorger des Bistums beschäftigen sich mit ethischen Fragen
Krankenhausseelsorger des Bistums
beschäftigen sich mit ethischen Fragen

Es ist viel mehr als ein gelegentlicher Plausch am Krankenbett: Krankenhausseelsorger sind  Ansprechpartner, Begleiter und Berater für Patienten, Angehörige und Personal.

Für diese anspruchsvolle und vielfältige Aufgabe, die oft in Grenzsituationen menschlichen Lebens führt, bildet das Bistum Münster seine Krankenhausseelsorger umfassend aus und weiter, momentan mit der laufenden Fachqualifikation Krankenhauspastoral. Die erstmals in dieser Form angebotene Qualifikation startete im Dezember 2016 und läuft bis November 2018.

Deren 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – allesamt Priester, Diakone, Pastoralreferentinnen und -referenten – setzen sich derzeit mit Fragen der medizinischen Ethik auseinander. Diese nehmen in der Fachqualifikation breiten Raum ein. Mit gutem Grund, erklärt Pfarrer Dr. Leo Wittenbecher von der Hauptabteilung Seelsorge Personal des Bistums, der die Weiterbildung konzipiert hat: "Krankenhausseelsorger sind für Patienten, deren Angehörige und die Mitarbeiter da, ein wichtiger Teil ihrer Arbeit aber ist auch ihre Mitarbeit im ,System Krankenhaus‘, etwa im jeweiligen Ethikkomitee." Dieses Gremium aus Vertretern verschiedener Berufsgruppen entwickelt Richtlinien für wiederkehrende ethische Fragen und erarbeitet in ethischen Fallbesprechungen Handlungsempfehlungen für Einzelfälle. Dabei kann es um die Frage, ob ein hochbetagter Sterbender noch künstlich ernährt werden soll, ebenso gehen wie um einen Patienten, dessen Angehörige trotz aussichtsloser Lage immer neue Therapien fordern.
Damit sie bei diesen und ähnlichen Fragen die christlichen Position einbringen können, erwerben die Krankenhausseelsorger in der Fachqualifikation Kenntnisse zu medizin- und rechtsethischen Themen ebenso wie eine vertiefende pastoralpsychologische Qualifizierung. "Krankenhausseelsorge ist ein spezialisierter Bereich der pastoralen Dienste, für den man diese fachbezogene, breite und vertiefende Ausbildung braucht", erklärt Wittenbecher.

Dass die Kirche diesen aufwändigen Dienst leistet, findet er wichtig: "Wir kommen dabei mit Menschen in einem ganz weltlichen Umfeld in Kontakt, und wir wenden uns allen zu, egal, woher sie kommen oder was sie glauben." An den "Schnittstellen und Lebensbrüchen" der Menschen müsse die Kirche präsent sein und die "Heilszusage Gottes" vermitteln. "Das hat missionarischen Charakter, nicht in dem Sinne, Katholiken anwerben zu wollen, sondern durch das Verkünden der frohen Botschaft, dass Gott sich jedem Menschen zuwendet", erklärt Wittenbecher, "Krankenhausseelsorger geben der Menschenliebe Gottes ein Gesicht."
Eines dieser Gesichter ist Andrea Wesselmann. Nach fast zehn Jahren im Gemeindedienst arbeitet die Pastoralreferentin und gelernte Krankenschwester seit zwei Jahren als Krankenhausseelsorgerin im UKM Marienhospital Steinfurt. Von der parallel absolvierten Qualifizierung erhofft sie sich "Handwerkszeug", um im Ethikkomitee der Klinik gut vorbereitet mitzuarbeiten. "Zwar kenne ich die christlichen Positionen, aber in ethischen Fragen braucht man noch genaueres Hintergrundwissen", meint sie und schätzt außerdem den Austausch während der Fachqualifikation. Dass auch medizinische Aspekte in den rund 600 Unterrichtsstunden Thema sind, runde die Fortbildung ab: "Seit meiner Ausbildung hat sich einiges geändert, und es geht gerade bei den ethischen Fragen ja darum, verschiedene Perspektiven zu kennen."

Bildunterschrift: Vor allem ethische Fragen diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer derzeit während der "Fachqualifikation Krankenhauspastoral". 

Text: Bischöfliche Pressestelle / 12.01.18
Kontakt:
Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht


 

 
Live Übertragungen aus dem St.-Paulus-Dom Münster
Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster
Kita - Lebensort des Glaubens
Emmaus-Reisen